Ich habs also getan. Einen Hochzeitsfotografie Workshop beim Stilpiraten, Steffen Böttcher besucht. Es muss ungefähr zwei Jahre her sein, als ich wusste, irgendwann mal mach ich das, da pack ich die Kamera ein, fahr in die Nordheide (bei Hamburg) und besuche einen Workshop beim Stilpiraten. Gebe mir die volle Ladung geballtes Wissen. Die Berichte anderer Fotografen zu den Workshops waren schließlich auch äußerst vielversprechend und ließen einiges erwarten. Aber was sind schon Berichte, selber erleben ist die Devise! So bin ich mehr zufällig als gezielt gesucht, über die Fotoschule Linz auf das Workshopangebot gestoßen. Steffen Böttcher in Linz? Da musste ich hin, keine weiteren Überlegungen notwendig, und glücklicherweise war auch noch ein Platz frei. 🙂

Der Workshop. Nun, wie beschreibt man etwas dass so viele Spuren hinterlässt. Ich beginne mit der Abgrenzung was der Workshop, in meiner Wahrnehmung, nicht ist: Wer sich einen Workshop erwartet in dem dir gesagt wird, genauso und so mach und du wirst erfolgreich zu sein (was by the way eh nicht funktioniert) der ist hier falsch. Wer sich erwartet sagen zu bekommen, setze das Licht in dem und dem Winkel und dann sag dieses und jenes zur Braut… nein, falsch. Wer sich eine große Kamera gekauft hat und die Hochzeitsfotografie mal eben schnell für bissal zusätzliches Geld machen möchte, wird ebenso den Workshop etwas ratlos verlassen, oder sagen wir, zumindest nicht in dem Ausmaß profitieren als es möglich ist.

Ja, es wurden unendlich viele Tipps vermittelt, beginnend beim Aufbau eines Empfehlungskreises, auch für das Fotografieren des Brautpaares selber, und in der Kirche, für den Ablauf und der Vorbereitung und der Nachbereitung. Wie Fehler vermieden werden, welche Rolle das Auftreten spielt und unendlich vieles mehr, das hilft, nein, ein wesentlicher Bestandteil für einen erfolgreichen Hochzeitsfotografen sind. Das Lernen zum Wahrnehmungsprozess, die Rolle der Emotionen, die Entwicklung der Bildsprache als laufende Prozesse. Steffen erzählte aus dem Nähkästchen. Von seiner Sicht auf die Fotografie und seinem Umgang damit. Und ich fühlte mich aufgehoben, wohl, verstanden. Ein gutes Gefühl.

Und dann ist da dieser nicht so ganz greifbare Teil, der der die richtig großen Spuren hinterlassen hat. Die Grundlage für die eigene Entwicklung darstellen, für die Haltung, dem „Mind Set“ mit der du der Hochzeitsfotografie begegnest, sie lebst.

Dem Unterschied zwischen dem Tun und dem Verkörpern dessen. Dem Unterschied zwischen es „gut“ machen und „alles zu tun was in deiner Macht steht um es richtig richtig gut“ zu machen. „Spazieren zu gehen“ oder ein Ziel zu haben das angestrebt wird. 

Der Workshop wirkte nach, lässt mir keine Ruhe, meine Gedanken kreisen die Woche danach immer noch und werden es auch noch länger tun. Langsam kristallisieren sich aus den Eindrücken die Wege heraus die ich zu gehen habe. Wenn der eintägige Workshop in der großen Workshoprunde bereits diesen Effekt auf mich hat, hab ich vielleicht eine kleine Ahnung davon wie es sich mit der Masterclass, zwei Tage Einzelcoaching mit Steffen, verhalten würde. Aber so weit bin ich noch nicht. Ich kann heute bereits sagen, der Workshop hat meine Sicht auf die Hochzeitsfotografie verändert und ich traue mich die Prognose abzugeben, auch weiterentwickelt, vieles aus meinem bisherigen Weg bestärkt und manches umgestoßen und neu aufgebaut. Ich bin überzeugt ich werde all dies an meinen Bildern wahrnehmen, worauf ich mich schon ungemein freue!! Nach dem Workshop ist erst der Anfang.

Es kribbelt.

 

Danke Steffen und danke auch der Fotoschule Linz, Werner Harrer für die Möglichkeit!

http://www.stilpirat.de/

http://www.linzer-fotoschule.at/

 

Nachfolgend ein paar Impressionen aus dem praktischen Teil: